Konzeption

Reproduktion der verschiedenen Spezies ist unabdinglich um deren Erhalt auf der Erde zu sichern. Zellen erhalten ihre Gattung durch Zellteilung, unabhaengig ob sie als Einzelzellen oder als Multizeller leben. Das hat sich als erfolgreich erwiesen, aber es erlaubt nur geringe Variationen, da die teilenden Zellen genetisch gleich sind, einen Prozess, den wir klonen nennen. Auf der anderen Seite ist es Schutz der Spezie sich gegen mutative Aufloeseerscheinungen zu schuetzen. Dieser Kloning prozess mag den Nachteil haben, dass beschaedigte DNA Straenge nicht repariert werden koennen, da die Original DNA nicht weiss, welcher Teil der eigenen DNA beschaedigt ist. Dadurch ist es moeglich, dass parasitaere Einfluesse den Organismus der Zelle schaedigen und sie keine Handhabe hat sich zu immunisieren. Die ‚Red Queen Hypothese‘ belegt diese Theorie.

Sexuelle Befruchtungen zwischen zwei verschiedenen Zellen, die dazu neigen vom Prinzip her feindlich aufeinander eingestellt zu sein, machen geniale Variationen moeglich , aber meistens birgt es das sehr grosse Risiko von Unvertraeglichkeit oder lebensunfaehigen Mutationen.

Ohne viel darueber nachzudenken, erscheint es uns “menschlichenMultizellern” als ob wir uns dadurch vom uebrigen ZellLeben unterscheiden, indem wir keine Zellteilung anwenden. Abgesehen von der ersten und einzigen genetisch verschiedenstufigen Sexual-Befruchtung (Ei, Sporen und Sperm) und resultierend in Zellteilung zweier unabhaengiger kurzzeitig vereinigter Zellen, sind unsere 300 Billionen menschlichen Koerperzellen nur durch Zellteilung entstanden und erhalten sich auch dadurch seit Anbeginn. Und was sonst sollte es auch sein? Da ist kein zusaetzlicher Prozess vorher und spaeter, der entsprechenden Einfluss ausueben koennte. Wir sind mit den Zellen nicht nur verwandt – wir haben den Bauplan einer Eukaryote Zelle bis zu einem gewissen Grad kopiert. Bis zu einem gewissen Grad insofern, als wir einige wesentliche Fertigkeiten als multizellularer Gesamtorganismus bisher nicht zur Verfuegung haben, wie Molekularverarbeitung und andere Prozesse aber besonders Teilung des Organismus um eine Semi-Immortalitaet zu erreichen. Stattdessen konzentrieren wir uns darauf, die Aussenwelt nach unseren Vorstellungen zu formen, weil das unserem moralgeformten Selbstverstaendnis besser entspricht – und bequemer ist. Das ethische Imperativ wollen wir uns moeglichst ersparen, der biologischen Zelle ist es nicht erspart worden. Der biologisch-evolutionaere Aspekt von Dinosauriern und Menschen ist parallel ausgerichtet: Beide sind individuell gesehen sterblich und koennen keine Aenderung der Umwelt ueberleben.

In Veroeffentlichungen ueber dieses Thema wie die von August Weismann im Jahre 1889, koennen wir ueblicherweise lesen, dass der Vorteil sexueller Reproduktion in erster Linie eine groessere genetische Vielfalt erlaubt. Das ist wahr und scheint positiv und harmonisch, aber es ist nicht das ganze Bild. Die Urpraegungen der Zelle zeigen das Bild von Hunger und Ueberlebensbedrohungen geologischer und klimatischer Natur: dies fuehrt zur sexuellen Reproduktion! Geklonte Zellen sind relativ tief in ihren Traditionen verwurzelt, sehr robust und nur begrenzt aggressiv und befaehigt Verteidigungskonzepte oder Angriffstrategien zu entwickeln. Auf der anderen Seite ist die Reproduktionsfaehigkeit sexueller Fortpflanzung geringer, da die Haelfte alle Organismen maennlich ist und unbrauchbar ist sich selbst fortzupflanzen. Die fruehe Sterblichkeitsrate hat sich insofern gesehen verringert. Mit der Einfuehrung sexueller Befruchtung wurde Leben aggressiver, es wurde ein staendiger Kampf, und jegliche Anwandlung von Romanze ist ein Wunschbild. Sexuell produzierte Zellen koennen ihre Nahrungsgrundlagen besser absichern, wenn sie in der Lage sind Konkurrenten aus den eigenen oder vorhergehenden Entwicklungsstadien zu verdraengen. Der sexuelle Prozess der Befruchtung selbst ist ein Beispiel von Kannibalismus and Vergewaltigungen. Multicellulares Leben kommt nicht umhin brutal zu kaempfen um zu befruchten und die Nachkommen erben diesen unbezwingbaren Willen bis zur Selbstaufgabe fuer Grenzen, Klan, Familie und Nahrung zu kaempfen.
Sexuelle Befruchtung entstand ueber einen langen vielleicht 500 Millionen dauernden Zeitraum waehrend der Proterozoischen Periode beginnend vor ungefaehr 1.5 Milliarden Jahren. Sexualitaet entstand auch nicht fertig da als Reproduktionsmethode. Es lief durch alle Versuchsstadien mutierender Evolution. Eine primitive Entwicklung koennte gewesen sein, wenn ein Organismus mit beschaedigtem DNA Strang einen Weg fand sich durch einen anderen Organismus reparieren zu lassen, denn er weiss ja nicht, was korrekturbeduerftig ist. Dabei kommt natuerlich der Gedanke, dass dies ein kannibalistischer Prozess oder ein aehnlich forcierter Prozess sein koennte. Dann wurde das ‚gegessene DNA‘ nicht verdaut und wurde stattdessen vom Koerper des ‚Essers‘ in sein eigenes DNA miteinbezogen. Diese Theorie erscheint glaubwuerdig, denn die begleitenden Element machen noch heute das Sexualleben einiger Organismen aus. Moderne sexuelle Reproduktion basiert auf Eukaryote Zellen, aber aeltere prokaryotische Versuche, die als ‚Fusions Sex‘ bekannt wurden, haben diesen Prozess eingeleitet.

Einer der juengeren Entwicklungen war zum Beispiel die ‘haploid’ Methode sexueller Befruchtung. Ein Nachteil dieser robusten sexual Reproduktion ist die Nicht-Reparierfaehigkeit beschaedigter DNA Straenge, denn sie wissen ja nichts ueber beschaedigte inneliegende Gruende fuer DNA Sequenzen. In diesem Fall produziert naemlich nur ein Partner die Chromosombasis fuer die neue Zelle, moeglicherweise auf alternierender Basis. Wenn man die durch Schmerzen und Bitterkeit verursachten ‘Narben’ der Urpraegung sieht, kann man sich vorstellen, dass dies ein Kampf um Leben und Tod ist und haette fuer die Zukunft geringere Chancen gehabt sich durchzusetzen. Wir koennen die gemischten Auslaeufer heute noch sehen in Form brutaler Vergewaltigung und psychischem Terror und ist ein traumatisches Geschehen in unserem Leben. Was heutzutage immerhin nicht gerade die Norm ist aber immer noch in brutaler Form taeglich existiert, war zu diesem Zeitpunkt die Regel. Entweder von ihm vergewaltigt werden – vor der Befruchtung – und/ oder von ihr gefressen werden – nach der Befruchtung. Fuer einige altertuemliche Spinnentiere und andere gilt dies heute noch als normale Regel. Nicht gerade eine einladend fuer ein Schaeferstuendchen!
Wenn Evolution eine verbesserte Methode findet, wird die alte nicht sofort ersetzt, sondern laeuft parallel nebenher und verringert in vielen Jahren ihre fuehrenden Einfluss. Es kann auch umgekehrt sein. Parthenocarpische Pflanzen haben ihre bereits angewandte Sexualitaet wieder verloren. Weiterhin ist es durchaus gegeben, dass Organismen noch nicht eine volle Aenderung der Reproduktivitaet durchgefuehrt haben und assexuell oder sexuell reagieren, je nach den Konditionen der Umwelt oder der eigenen Entwicklung – dies hat Georg C Williams gut beschrieben. Pflanzen, zum Beispiel, haben die sexuelle Reproduktion angenommen, gleichzeitig behielten sie die Moeglichkeit durch Propagieren sich assexuell zu verbreiten!

Zu einem juengeren Zeitpunkt wurde die ‘diploid’ Befruchtung aktuell (ca. vor 5- 800 Millionen Jahren Jahre). Das heisst, dass beide Partner die Haelfte iher je 46 Chromosomen aufgeben und jeder Partner gibt 23 Chromosomen = 46 Gesamtchromosomen fuer den noch ungeborenen Nachwuchs. Reparatur von beschaedigten DNA Straengen ist vereinfacht durch ‚homologous recombination‘, denn die verschiedenartige Herkunft macht interne Vergleiche und damit Reparatur moeglich. Wenn Mutation faehig ist zu solch einer recht komplizierten Entwicklung zu finden, kann man sich vorstellen wie gross die vorhergehende Frustration gewesen sein muss und gleichzeitig kann man nicht anders als die herausragende Genialitaet dieses ungwoehnlichen Mutationsvorganges respektieren.
Man kann diese ‚diplomatische‘ Situation in den vorliegenden Tabellen wiedererkennen – einmal die fruehere Haploid – Methode, die eindeutige rote Bullenhaftigkeit und Sexualbrutalitaet anzeigt – und dann in juengsten Generationen, wechselt im wahrsten Sinn, die Farbe. Sexualbrutalitaet ist stier-rot. Bei der Diploid-Methode wird die Farbe gelb, die Farbe der ausgleichenden Verhandlung. So verlief es in dem aufgezeichneten Testfall – im Moment vorbereitender sexueller Erregung wird die Farbe gelb. Wie bereits frueher erwaehnt, die Zelle registriert nicht die Farbe als solche sondern die Frequenz elektromagnetischer Wellen. Verblueffend ist, dass eine solches minutioeses Detail, dass sich vor ungefaehr ueber einer Milliarde Jahren abegespielt hat (Haploid) und vor ungefaehr 5- 800 Millionen von Jahren (diploid), so praezise erhalten ist waehrend andere Dinge, die wir auch gerne gewusst haetten, untergegangen sind.

Unbedeutendere Geschehenissen in unserem Empfinden haben fuer die Zelle ueberragende Bedeutung. Aehnlich ist es mit dem Erinnerungsvermoegen eines kleinen Kindes. Es erinnert sich aus der Altersklasse von ungefaehr zwei Jahren an dominierende und hervorstechende Figurationen als Teil der Erinnerung an Menschen oder Geschehnisse, aber es fehlt die Faehigkeit die Gesamtuebersicht wahrzunehmen.

Um auf unsere Geschichte zurueckzukommen: den an der Tuer des Ovums anklopfendenden Eukaryote Sperm (Mit einem Strauss von 23 Blumen winkend und nicht mit phallusschwingender Sexualitaet), diesem psychologisch wohlverstandenen Farbangebot kann das Ovum nicht widerstehen und es oeffnet eine kleine Tuer und “bittet zum Tee hereinzukommen”. Dies ist genau am 23/02/1940 um 22 Uhr 34 Minuten der Fall. Konkurrierende Machos, die bereits laenger das Ovum belagerten und luesternde Haploid Spermien hatten keine Chance und wurden abgewiesen, genauso wie unmodische Prokaryoten, humpelnde Archaeas, unhygienische Pre- Zellen und vieles mehr Gesindel von der Strasse – alles mit den Augen des Ovum gesehen und so lebendig berichtet, als ob es gestern geschehen waere.

 

Ovum (Ei) und Sperma: Hunderte von Spermien draengen sich um das unbefruchtete Ovum. Am Ende wird eines von ihnen durch die Aussenhaut dringen und der Befruchtungsprozess beginnt. Spermien koennen bis zu 48 Stunden in dem weiblichen Fruchtbarkeitstrakt ueberleben – sie benoetigen ungefaehr 10 Stunden um dorthin zu navigieren.

(Bild und Text „From Conception to Birth“von Alexander Tsiaras und Barry Werth)

 

Fruehes Embryo: Dieses Bild zeigt eine Anhaeufung von Zellen, die als ‚Blastozyst‘ bezeichnet werden. Dieses Embryo ist ungefaehr vier Tage alt. In wenigen Tagen werden Zellen beginnen das Baby zu formen, waehrend andere Zellen die Membrane und das Zellgewebe entwickeln, die es ermoeglichen fuer die naechsten Monate das Baby am Leben zu erhalten. (Bild und Text: „From Conception to Birth“ von Alexander Tsiaras und Barry Werth)
Diese Abbildung erinnert sehr an fossilierte frueheste biologische Zellanhaeufungen.

Auf jeden Fall muessen herkoemmliche Berichte korrigiert werden, die besagen, dass unter Millionen von Spermien der erste am Ziel anlangende Sperm in das Ovum dringt, falsch ist. Es is ueberhaupt kein Rennen und es ist nicht der erste ankommende Sperm, der in das Ovum dringt. Die Mitbewerber sind haeufig nicht akzeptiert, da sie nicht der Vorstellung des Ovums entsprechen. Das kann einmal von dem Entwicklungsniveau abhaengen, aber wenn diese Bedingungen erfuellt sind, dann von der reflektierten elektromagnetischen Frequenz. Es hat sich bis heute wenig geaendert!

Die Festlichkeit wird eingeleitet und laeuft in jeder Form harmonisch ab. Beide bringen ihr Geschenk - je 23 Chromosomen - in den Korb ein und die Glocken laeuten..Danach ist es ‘nur’ noch noetig zu entscheiden, ob die neue befruchtete Zelle maennlich oder weiblich wird. Wird sich der Sperm durchsetzen und das Y Chromosnen oder das Ovum mit dem X Chromosom.

Alles was vorher Harmonie war ist wie vom Blitz zerstoben. In unserem Testfall zeigt die Uhr immer noch den 23/02/1940 und 23 Uhr und 12 Minuten. Es kommt zu einem zerstoererischem Vernichtungskampf, der alle unsere idealisierenden Vorstellungen zunichte macht und gleichzeitig in angewendeter Brutalitaet an Haploid Momente erinnert. Alles wird zerstoert – auf solche kleine Organismen ist in Bezug auf relative Groessenordnung nur der Begriff ‘Weltkrieg’ zutreffend. In diesem spezifischem Testfall ist es Sperm, der das Innenleben des Ovums fast komplett vernicht hat, selbst aber auch nicht verschont wurde und noch gerade einen Funken mehr Leben zeigt als das Ovum und damit Sieger wurde. Das Resultat: Es wurde ein Junge. Diese Situation macht verstaendlich, wenn trotz Einhaltung von Ovulationszeit und aller anderen gesunden und erblichen Voraussetzungen es nicht zur Schwangerschaft kommt: beide Zellen haben ihre selbstmoerderische Schlacht nicht ueberlebt.

Die eigentliche Konzeption findet nach diesem Kampf statt. Es ist mittlerweile der 24/02/1940 und die Uhr zeigt 10 Uhr und 34 Minuten an. Nach der blutigen Auseinandersetzung herrscht jetzt Freude und ungebremster Optimismus, und die damit verbundene Urpraegung ist vergleichbar zu den Momenten in unserem Leben ,die alles das darstellen, was Harmonie und Glueck uns bedeuten, in denen wir den uns Naechsten Freude und Liebe schenken.

Vom psychologischen Standpunkt der Zelle kann man sagen, dass die haploid und diploid Methode der sexuellen Befruchtung sich nur dadurch unterscheiden, dass bei der ersten die brutale Vergewaltigung des Ovums oder das Verzehren des Sperms seitens des Ovums am Anfang stehen, waehrend bei der diploid Methode das gemeinsame Einsetzen der Chromosomen erfolgt ist und dann beginnt der gleiche Kampf um wie bei der Haploid Methode um das Geschlecht des Neulings festzulegen. Unterschied zwischen beiden Methoden ist, dass sich der Diploid Sperm mit Hilfe von Galanterien im Traumhaeuschen befindet, waehrend der Haploid Sperm vor der Tuer steht und Kanonen holt (und um nichts zu unterschlagen: dies kann durchaus die bevorzugte Haltung eines Ovums sein).

 

Ein 32 Tage alter Foetus: Ein deutlicher spinaler Strang formt sich heraus – waehrend der Foetus nicht als menschlich zu erkennen ist – das Gehirn entwickelt sich bereits bereits deutlich. Das Gehirn beginnt sich bereits nach 18 Tagen herauszuformen – und das setzt sich fort bis einige Wochen nach der Geburt. (Bild und Text: „From Conception to Birth“ von Alexander Tsiaras und Barry Werth) Die strukturelle Aehnlichkeit mit Ammoniten und entfernten Galaxien ist unverkennbar.

Um nichts in der Welt kann man zwei fremde Zellen veranlassen ihre eigene Identitaet aufzugeben und dies Gesagte von einem anderen Winkel betrachtet, zeigt das cloning die genialere Loesung ist, friedlich und gluecklich und verspricht gleichzeitig Unsterblichkeit. Die bei der sexuellen Befruchtung angewendete Aggression und Zerstoerungswut bleibt prinzipiell ein Merkmal der Urpraegung des Multizellers und hinterlaesst entsprechend seine Spuren im spaeteren destruktivem Verhalten mit dem schmerzhaften Bewusstsein seiner Mortalitaet.

In den wenigen Stunden zwischen der Losloesung von den maennlichen Gonaden und der Konzeption sehen wir die Urpraegungen der bewegungslosen Pre-Zelle, die sich am Ende bis zur am meisten fortgeschrittenen Eukaryote Zelle in einer lebensfeindlichen Umgebung durchsetzen muessen. Das Alter sehr vieler, vielleicht sogar der meisten Urpraegungen reichen zeitlich zurueck bis zu einer Zeit, in der der Mond noch nicht existierte und viele reichen zurueck bevor die Sonne entstand. Man kann Charakteristiken der Urpraegungen beobachten, als das Leben sich noch im Prokaryote Stadium befand, moeglicherweise reicht es zurueck bis zur Existenz der Extremophilen und der Pre-Zellen, noch voellig ungeschuetzt durch das Fehlen der Membrane und rudimentaeren DNA Anballungen und ist dabei bewegungslos allen Aenderungen um sich herum hilflos ausgesetzt.

Ueberraschend war es festzustellen, dass der Stil und das Werben um den Partner, das sexuelle Verhalten und die Illusionen, die wir taeglich als Mitglieder unserer Gesellschaft erleben, die umwerbende Schlauheit und die vertrauende Liebe sich bereits im Zell Leben miteinander abspielen. Vielleicht sollten wir darueber nicht erstaunt sein, denn wir sind ja die Makro- Verkoerperung des Mikro- Zell Lebens. Daher muessten wir umgekehrt erstaunt sein, wenn das nicht der Fall waere.
Es ist beeindruckend, dass wir so weit in die Vergangenheit schauen koennen. Leider koennen wir nicht in die Zukunft schauen – unsere Zellen verraten nichts. Unser biologisches Leben baut auf Erfahrung und nicht auf Voraussicht. Vielleicht kann das mathematische Gesetz der Entropie und Wahrscheinlichkeit, erstmals errechnet von dem Oesterreicher Ludwig Boltzmann (1877) und spaeter verfeinert durch Max Planck, diese Tatsache erklaerbar machen. Dieses mathematische Gesetz baut darauf auf, dass sich alles von Einfachheit zur Kompliziertheit bewegt, von einer kleinen Zahl zu einer grossen Zahl, von Ordnung zur Unordnung. Daher empfinden wir Zeit als eine Vorwaertsbewegung – von der Vergangenheit zur Zukunft.