HumanEthologie  
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Humanethologie des Unterbewusstseins

Warum ist es empfehlenswert, sich mit diesem Eisberg auseinanderzusetzen, den Freud das Unterbewusstsein nannte?

Die Antwort ist einfach: Ungefaehr 50 – 90% unserer Gesamtperson sind bestimmt von Unterbewusstseinsinhalten, sie steuern unsere Handlungen, Denken und unsere koerperlichen Reaktionen. Sie sind instinktiv, also angeborene Reiz – und Reaktionsverhaltensmuster (Prof. Lorenz), gesellschaftlich/evolutionaer vorgegebene Handlungsmuster (Prof. Eibl-Eibesfeldt). Wie schon frueher gesagt, diese Prozentzahlen sind reine Groessenmasstaebe und duerfen zahlenmaessig nicht bewertet werden. Wir muessen bei solchen Mengenangaben zum Beispiel beruecksichtigen, wie sich die Periode, die wir im vorhergehenden Kapitel Tiefenbewusstsein nannten, ausdrueckte. Diese lange Periode wird gepraegt durch die entstehende Verbindung stofflicher Elemente und physikalischer Kraefte. Der Mineralhaushalt eines jeglichen Lebens ist von entscheidender Bedeutung fuer Wachstum und Gedeihen und beeinflusst entsprechend das Unterbewusstsein. Es ist schwer zu sagen, ob wir diese Periode des entstehenden Lebens bewusst oder unbewusst nennen koennen. Auf jeden Fall beeinflusst sie das spaetere Unterbewusstsein. Bewusstsein und Unterbewusstsein sind miteinander so sehr verschlungen, dass es schwer ist, genaue Grenzen zu ziehen. Der Charakter einer Person bezieht sich fast 100% auf unterbewusste Strukturen, die Stoffwechselprozess dagegegen werden hauptsaechlich von einer vor der Etablierung des Unterbewusstseins liegenden Phase bestimmt, waehrend das Thema ‘Verstand’ oder ‘Denkweise’ (engl. mind) ganz deutlich in den Bereich Bewusstsein faellt.

Die meisten Menschen wissen nicht, was Unterbewusstsein ist, was es bedeutet und wo es sich auswirkt. Einigermassen populaer ist ein “Freud’scher Ausrutscher” (jedenfalls in Englisch populaer als ‘Freudian slip’) ein unbewusster, meistens sexuell bezogener Versprecher. Damit erschoepft sich das Wissen ueber das Unterbewusstsein.

Eine durchaus respektable Elite von Wissenden bringt Unterbewusstsein in Verbindung mit esoterisch, transzendental oder als Ausdruck einer Psychose. Unterbewusstsein wird zum Beispiel von Psychologen in Verbindung gebracht mit Alptraeumen, im Religioesen mit dem Teufel, der die Seele beschlagnahmt, und fuer die fruehen Psychiater wie Freud und seiner Schule ist es der pervertierte Oedipus, vereinfacht gesagt.

Allgemeine gesellschaftliche Regeln besagen, Distanz zu halten und Selbstdisziplin auszuueben, wenn man selbst von derartigen Trieben verlockt werden koennte, - und geneigt ist, sich ‘fallen zu lassen’. Wir sehen die Dinge anders.

Sogenannte pervertierte Triebe oder Suechte sind nicht ein Ausdruck eines triebhaften Unterbewusstseins, das es zu gaengeln gilt, sondern Audruck der Misstimmung eines verkrueppelten Gesellschaftslebens.

Teufel ist der, der den Teufel predigt! Auf der anderen Seite ist es schwer, den uebergeordneten regelnden Einfluss der Gesellschaftsnormen zu aendern. In diesem Fall muesste naemlich der Einzelne in die Lage versetzt werden, sich und seine Naechsten vor Perversionen und anderen Uebergriffen handgreiflich schuetzen zu duerfen.

Dieses Modell ist jedoch schwer zu verwirklichen. Es sieht eher danach aus, dass die Gesellschaft den umgekehrten Weg geht und mehr Restriktionen einfuehrt – man kann das Rad der Geschichte nicht zurueckdrehen.

Das Problem sozialer Gesellschaftsstrukturen ruehrt nicht von einer sogenannten tieferstehenden Moral animalischen Unterbewusstseins. Es ist eine Kombination von intelligenter Unmoral (menschliches Bewusstsein und Missachtung des Ethos) und maechtiger und naiver Gefuehle (menschliches gefuehlsstarkes Unterbewusstsein).

 

Das ist die andere Seite der Medaille und zum groessten Teil das Resultat des ideologischen Missbrauchs der dualistisch gepraegten westlichen Kultur. Der Mann in Politik und Geschaeft versteckt sein verbittertes, von Schmerz verkruemmtes Gesicht hinter der Maske einer jungen und gesellschaftlich konformen Haltung. Er wird immer noch laecheln, auch wenn er schon fruehzeitig im Sarg liegt und die Angehoerigen Abschied nehmen. Denn diese Maske wurde Teil seines Selbst und ist in sein Gesicht gebrannt.

Die andere Person steht unter Drogen und ist in psychotischer Behandlung. Sie hat ‘Ethos’ verloren. Alles was uebrig blieb, ist Huelle eines einmal motivierten Lebens. Sie ist gescheitert durch falsche Ideologien, praktiziert alle sozialen und humanitaeren Rechte und entspricht damit einer fuer die Gesellschaft akzeptablen Norm, alle Pflichen und Respekt abzulehnen. Sie ist in eine Drogen-Traumwelt entflohen. Die Zellen ihres Hirns sind abgestumpft. Die Reste einer frueheren ‘guten’ Erziehung, sind eng und monoton geworden und erschoepfen sich in hohlen Anspruechen ideologischer Phrasen.

 
Die inquisitorisch - strafende Gerechtigkeit religioeser Hoellen, die Zerstoerung von Pflichten und Respekt als Ausdruck einer lebenden Kultur, die brutale Ausbeutung, Unterdrueckung und Ausrottung anderen Lebens, die Einfuehrung modernen sozialen Parasitentums, religioeser Fundamentalismus mit Kreuzzuegen und Terrorismus, die technokratisch und industriell geplante und durchgefuehrte Zerstoerung der Umwelt, all dies hat eines gemeinsam: Das moralische Bewusstsein ist in einen tiefen Kerker geworfen. Die ausfuehrenden weltlichen Kraefte fuehlen sich frei, amoralisch zu handeln.
Wir spiegeln unsere lange Vergangenheit, wenn wir auf unserer Haut die salzhaltigen Mineralien unsere langen Geschichte als Eukaryotezellen, unseren Vorfahren, schmecken. Diese scheinbar geschichtslos eine Milliarde Jahre dauernde Vergangenheit war sicherlich so lebhaft und bedrohlich wie die heutige Zeit und forcierte als mutativen Ausweg aus Bedraengnissen die aktive Teilung der Zellen, einen Vorgang, den wir heute als Klonen bezeichnen. Durch Zellteilung wurde die Effizienz der koerperlichen Organisation ungemein gesteigert, man koennte sagen, eine Erfindung, vergleichbar mit Adam Smith’s (1723-1790) systematisierter Arbeitsteilung, die die Industrialisierung in weitem Rahmen ausloeste. Dies erinnert uns an die biologische Zellstruktur unserer koerperlichen Organisation.

Die Zellteilung setzte eine bis dahin unbekannte Lebensvielfalt in Gang, ein Vorgang, der auch heute noch unveraendert gilt und Wachstum forciert. Dies war ein dramatisch erzwungener Ausweg aus umweltmaessiger Bedrohung. Dies ist nicht in unserer aktiven Erinnerung geblieben, aber mit Narben uebersaeht im Unterbewusstsein fuer uns heute noch sichtbar, wie unsere Tests zeigen.

Dies war ein Geniestreich des Lebens, nur vergleichbar mit der ‘Erfindung’ der Konzeption, die genetisch mutative Beeinflussung der Vielfalt durch Einfuegung verwandter aber trotzdem differierender Chromosomen mit soviel mehr Entwicklungsvariationen auszustatten. Es war eine traumatische Erfahrung, ein verzweifelter Kampf zu ueberleben und spiegelt sich heute noch in uns unterbewusst wider durch periodisch wiederkehrende Zeiten, in denen Stoffwechselturbulenzen begleitet werden von seelischen Frustrationen. Auf jedem Konzeptionschart ist es sichtbar und fuer uns der massgebende Punkt der Orientierung.

Jede evolutionaere Weiterentwicklung bleibt sichtbar als unterbewusstes Sediment. Der Mineralhaushalt eines jeden von uns, ebenso wie die fruehen metabolischen Prozesse, sind unveraendert intakt und haben sich in 3.8Milliarden Jahren kaum oder ueberhaupt nicht geaendert. Die Evolution erzwingt eine staendige Weiterentwicklung zur Spezialisierung, aber sie erlaubt es nicht, von vorn zu beginnen und zu behalten, was man bereits hat. Daher wird sich dieses spezialisierte Leben immer weiter verfeinern, bis der Moment kommt, dass der Turm von Babel umkippt. Die Werkzeuge, das Prinzip des Lebens, naemlich unser biologisch strukturierter Zell-Koerper wie auch unser Bewusstsein, beide bleiben in ihrer Grundstruktur erhalten bis zum Ende des Lebens auf unserem Planeten. Sie sind unveraendert und unbeeinflusst von spezialisierter Entwicklung und dem erreichten Niveau.

Die Basis kann nicht ersetzt werden. Diese praehistorischen Voraussetzungen unseres frueheren Ueberlebens liegen wie ein geologisches Sediment verborgen. Sie leben, sie handeln und wir wollen sie sichtbar machen. Es ist eine Tatsache, dass fast alle Menschen, auch die tiefenpsychologisch trainierten, ihr inneres Selbst nicht kennen. Sie sind belesen, wissen ueber Jung und Freud, haben jedoch Schwierigkeiten, ihre eigene Person in die Steinzeitmentalitaet auch praktisch einzubringen, ganz zu schweigen von der langen Zeit vor Menschwerdung.

Das ist das Unterbewusstsein, geformt in 3.8 Milliarden Jahren, ist in sich selbst ueberhaupt nicht homogen. Wenn wir hier die Frage Bewusstsein – Unterbewusstsein erlaeutern, weil letzteres so fremd erscheint, ist festzustellen, dass der bereits so ‘alte’ von Jung als ‘Kollektiver Archetypus’ benannte unbewusste kulturelle Erfahrungszustand der fruehen Menschheit vergleichsweise sehr jung ist.

Wie wir ja wissen sollten, emotionelle Konfrontationen sind an der Tagesordnung und normal fuer zwischenmenschliche Beziehungen! Dieses Wissen aus unserer juengeren menschlichen Vergangenheit erscheint uns fremd und die Motivation der biologischen Zelle ein Buch mit sieben Siegeln.

Wir koennen keinen einzigen Millimeter tief unter unsere Haut sehen, wir koennen die Wiedergabe unserer technisch aufgezeichneten Stimme nicht leiden, wir koennen auf die Oberflaeche des Mars schauen, aber koennen nicht unseren Ruecken sehen, wie erkennen uns nicht wieder, wenn wir uns im Video gehen und gestikulieren sehen. Wir hatten bis vor kuerzester Zeit keine Ahnung ueber unseren Riesen-Mitbewohner, unserem Lebensbegleiter, dem ueberaus vitalen Unterbewusstsein. Nun wissen wir immerhin etwas, aber wir wuenschen, dass er kein Boesewicht ist, und wir hoffen, dass er sich hilfsbereit and angenehm zu unserer gesellschaftlichen Position verhaelt, wenn wir ihn freundlich streicheln. Diese Vorstellung ist nur bedingt wahr.

Erstens muessen wir uns klar sein, dass ich und du selbst zur Maske wurden, und wir verbergen das andere Gesicht, weil es nicht gesellschaftskonform ist. Wir wissen bewusst nicht einmal, wie das andere Gesicht aussieht und was es empfindet. Schauen Sie zurueck auf die erste Seite und verharren Sie fuer eine Minute! “Persona” bedeutet “Maske” im alten Griechisch, woher das Wort stammt, und das ist bereits die ganze Wahrheit.

Zweitens: Unser Unterbewusstsein ist ein ausgesprochenes Individuum, verglichen mit dem sozial eingestampften Bewusstsein; der gesellschaftliche Anzug macht uns zur Biene oder Ameise. Wir haben Muehe, die beiden Seinsformen miteinander zu verbinden. Da wir die evolutionaeren Konditionen unserer Existenz nicht aendern koennen, sollten wir lernen, den positiven Seiten unserer Entwicklung – das heisst dem Unterbewusstsein – Vertrauen abzugewinnen.

Drittens ist die unumgehbare Tatsache, dass naemlich eingepraegte unterbewusste Erfahrungen Eigenschaften enthalten, die fuer eine auf Ausgleich angelegte Gesellschaft nur schwerlich akzeptabel sind.

Wir sollten beginnen, einige ‘heilige Kuehe’ unseres gesellschaftlichen Moralverstaendnisses infrage zu stellen. Gleichzeitig sollten wir darueber klar sein, dass unterbewusste Reaktionen, wie auch immer motiviert durch das intelligente Bewusstsein, nicht bejaht werden koennen, wenn andere Menschen dadurch ungewollt stoerenden Eingriffen ausgesetzt sind.

Zu dem Thema ‘Bewusstsein’ gehoeren heutige Diskussionen ueber die evolutionaere Entstehung von Moral. Traditionelle Denkweisen sehen die Verbindung zur Moral exklusiv mit dem heutigen entwickelten Homo Sapiens. Neuere, von manchen Biologen und Philosophen vorgetragene Denkmodelle, die die Entstehung der Moral im Unterbewusstsein erkennen, haben Schwierigkeiten, Zeitpunkt oder Moment zu nennen, warum Moral zu einem gewissen Zeitpunkt in welchen Lebewesen entstanden sein soll. Dagegen hat die Entstehung der Moral im exklusiv menschlichen Bewusstsein natuerlich ein aehnliches undefinierbares Zeitproblem, aber Religionen loesen dies relativ einfach und nennen es goettlichen Gnadenakt - jedoch nur bezogen auf den Menschen!

Generell besteht unter Wissenschaftlern and Fachleuten die Tendenz, eine erkennbare aber relative, noch wenig ausgereifte Moral in hoeher entwickelten Arten zu sehen, die jedoch keinen Vergleich mit dem Menschen als Krone der Schoepfung duldet.

Aber was ist eigentlich die Grundlage von Moral? Was beschreibt und enthaelt sie?

Einmal wird die Faehigkeit zu altruistischem Handeln als menschliche Einzigartigkeit hervorgehoben. Altruismus ist in seiner Urform nichts anderes als eine kluge Voraussicht, die eigene Position zu schuetzen. Jemand, der mit Pflanzen umgeht, wird bestaetigen, dass in einer urtuemlichen Weise sogar Pflanzen sich ‘altruistisch’ zur gleichen Spezies verhalten, umsomehr, wenn Konkurrenzdruck von anderen Pflanzen ausgeuebt wird.

Weiterhin wird als Kennzeichen menschlicher Ueberlegenheit gerne die Faehigkeit angefuehrt zwischen ‘Gut’ und ‘Boese’ zu unterscheiden. Dies setze die Faehigkeit voraus, sich selbst zu erkennen. Hier muessen wir einmal ganz deutlich sagen, dass dieses monotheistische Modell und Basis aller Ideologien zu allen Zeiten versagt hat, besonders seit Religionen und Wissenschaften mit dualistischen Methoden miteinander konkurrieren. Das letzte Jahrhundert war in dieser Hinsicht der Gipfel massloser Morallosigkeit, wie er waehrend der gesamten Erdgeschichte nicht seinesgleichen findet. Es ist doch wohl am Ende festzustellen, dass wir ueber tausende von Jahren menschliche Geschichte verfolgen koennen und feststellen muessen, dass diese idealisierte Moral von ‘Gut’ und ‘Boese’ ein Wunschbild blieb und der menschliche Selbsterkennungsgrad bestenfalls eine truegerische Fratze ist und ueberhaupt nichts erkannt hat – mit Ausnahme des wissenschaftlich akzeptierten Blickes in den Spiegel.

Die sogenannte ‘gute’ und ‘boese’ Moral ist bis auf den Grund erschuettert und unrettbar selbst ein religioeses und ideologisches Schandmal geworden.

Sollte man stattdessen dieses auf den heutigen Menschen ‘geozentrisch’ bezogene Thema nicht zurueckfuehren auf den Standort des jeweiligen Betrachters? Das heisst, Moral auf den jeweiligen Entwicklungsstand der spezifischen Lebensform zu bringen?

Sollten wir uns nicht anstelle des vorher Gesagten damit anfreunden, dass Moral die Norm unseres Verhaltens, der Standard unseres Verhaltens ist, dass es ein ‘Gut’ und ‘Boese’ nicht gibt, und dass Bewusstsein der Standard der Wahrnehmungsfaehigkeit ist, entsprechend des Niveaus der jeweiligen Lebensform?

Um das zu erlaeutern: Eine Armee kann eine bemerkenswert starke Moral haben. Das ist eine erwiesene Tatsache.

Es besteht jedoch kein Zweifel, dass diese moralisch hochmotivierte Armee sehr zielbewusst aber unmoralisch handelt. So empfindet es die Zivilbevoelkerung des eroberten Landes jedenfalls. Das Heimatland der Soldaten dagegen fuehlt es als ‘schlecht’, dass auch eigene Soldaten Opfer sind (im Heimatland werden sie Helden genannt, wenn sie getoetet oder oder lebenslaenglich schwerwiegend verletzt wurden) und ist gleichgueltig gegenueber der Tatsache, dass Millionen von Zivilisten des eroberten Landes getoetet wurden oder leiden wie im Irak in diesen Jahren des neuen Jahrtausends. Kein Zweifel, die geplagten Irakis empfinden die Besetzer als ‘boese’, angesichts der kriegerischen Besatzungsverhaeltnisse und dem zusaetzlichen Leiden eines unerwuenschten Buergerkrieges.

Daher noch einmal: Moral ist in erster Linie die Norm des Verhaltens. Bewusstsein ist die umweltangepasste Aufnahmefaehigkeit.

Fuer uns heutige menschliche Betrachter ist die Moralfrage an unserere empfundenen Lebensbedingungen geknuepft, fuer andere Lebewesen ist die ‘geozentrische’ Einstellung der Menschen, Masstaebe auf auf sich zu beziehen, nicht massgebend.

Damit entfaellt die hoch gepriesene dualistische Moral in sich selbst wie ein nasser Sack zusammen – es ist nichts anderes als eine ueberfluessige und zu hoch gegriffene Eigenbewertung.

Der Nukleus der Moral und des Bewusstseins sind bereits in der biologischen Zelle vorhanden.

Einem Schmetterling sollte erlaubt sein, sich zu diesem Thema zu aeussern – leider kann er nicht sprechen und wir verstehen seine urtuemliche Ausdrucksweise nicht! Ein Albatross–Professor koennte bedauern, dass das Bewusstsein der Menschen so schlecht ausgebildet sei, dass sie sich nicht einmal auf 1oom Buschgelaende zurechtfaenden, wenn vergleichsweise Albatrosse mehr als 10.000 km ohne jegliche Orientierung floegen und diese winzige Insel noerdlich der Antarkis ohne Muehe ausmachen.

Es ist vergleichsweise einfach, mit dem eigenen unbekannten Tiefenbewusstsein Kontakt aufzunehmen. Keine Fragen stellen, keine Gebote oder Forderungen aufwerfen. Einfach zuhoeren – oder sagen wir, lernen zu schauen, sich zu fuegen. Einfach einmal vorsichtig beruehren – es sticht und beisst nicht, es ist kein Kettenhund oder keine Wespe. Es ist kein Teufel und es ist kein Engel, wahrhaftig nicht, denn dies sind gesellschaftliche Begriffe und dem Unterbewusstsein so oder so fremd.

Was passiert dann?

Ihre Gesundheit stabilisiert sich, das Aufnahmevermoegen gewinnt Klarheit. Geduld und Verstaendnis mit der Umgebung und den gegebenen Umstaenden finden eine gleiche wundersame wechselseitige Antwort.

“Die Augen, die du siehst, sind die Augen die dich sehen.”

Bestaendigkeit und Ethos geben uns die Souveraenitaet, die wir so dringend benoetigen. Ruhe tritt in die eigene Person – das ist die wortlose Antwort des Unterbewusstseins auf Ihre freundliche Haltung, ganz anders als Sie es erwartet haetten.

Testpersonen der Persoenlichen Humanethologie wollen meistens nach der unumgaenglichen Messperiode diese einige Minuten waehrende Betrachtung des eigenen Lebens nicht aufgeben.

Die Vitalitaet wird deutlich gestaerkt, koerperliche Ansaetze fuer degenerierende und als natuerlich betrachtete Entwicklungen nehmen einen besseren Verlauf. Es ist beruhigend, die eigene Sensibilitaet zu bessern und beobachten zu lernen, um auf Menschen oder Dinge bezogen, glaubwuerdige Schluessen ziehen zu koennen.

Der Charakter sollte ruhig verharren koennen, wenn es um Augen und Ohren herum nur so feuert und kracht.

Es hilft, Emotionen und reine Liebe unverhuellt zur Schau zu stellen – aber Liebe kann auch ein strenger Lehrer sein – es ist nicht immer ein Schmusekissen. Liebe ist Unabhaengigkeit. Treue ist der beste Kamerad von Unabhaengigkeit.

Es sollte ganz natuerlich sein, dass wir nicht unbedingt alles essen wollen, was im Regal liegt. Die Nahrungsindustrie bietet unbekoemmliche Produkte an, die im Ernaehrungssinn ‘tot’, aber geschmacklich so gehalten sind, dass unsere natuerlich entwickelten Geschmacksnerven getaeuscht werden.

Ist Ihr natuerlicher Drang zu gewinnen und Ihr Territorium auszuweiten, in Balance mit der Grosszuegigkeit, anderen das ihre zu belassen?

Ist Ihr Metabolismus in Uebereinstimmung mit Ihrem Lebensstil oder sind Sie gefaehrdet den heutigen Zivilisationskrankheiten anheimzufallen, wie ein fauler Apfel , der vom Baum faellt? Heutige Plagen wie alle Arten von Krebs, Diabetes, Kreislaufprobleme sind von den gesellschaftlichen Voraussetzungen herangezuechtet, dies laesst Ihr Unterbewusstsein Ihnen freundlichst ausrichten.

Unterbewusstsein kann nicht sprechen, versuchen Sie erst gar nicht logische Rationalitaet in die Begruendung Ihrer Vorstellungen zu bringen. Ihr Unterbewusstsein empfindet die Kraft der Farben und die emotionelle Sensibilitaet der Musik, die Aesthetik einer Akazie. Es kennt keine Schuld und mitleidende Sentimentalitaet. Unterbewusstsein kann steife Koerperbewegungen lockern und schlau sein, es hat das bekannte ‘Bauchgefuehl’, haelt Sie physisch handlungsfaehig und warnt Sie vor unerwuenschten ‘Zufaellen’. Ihr Unterbewusstsein ist damit vertraut, dass es den Zufall nicht gibt, Sie sind es aber nicht!

Was ist ueber Ihre Traeume zu sagen? Verschwinden sie bei Tageslicht? Haben Sie Tagtraeume? Koennen Sie ‘osmotisch’ aufnehmen?

Haben Sie Ihre Linie in Ihrem Leben erkannt und/oder werden Sie von Ereignissen oder Personen beeinflusst und passen sich unter Beruecksichtigung von Realitaeten neuen Lagen an und aendern dementsprechend Ihre Vorstellungen?

Koennen Sie anderen Menschen und heiklen Situationen vertrauen und gleichzeitig auch Ihrem Sinn fuer Realitaeten im Leben? Weitaus die meisten Menschen koennen es nicht, entweder vertrauen sie naiv, und gefuehlsmaessig auf Abwege gebracht, schalten sie jegliche Beobachtung der Person oder der Sache aus. Andere hintertreiben jeden Anlauf eines unbewussten und scheuen Vertrauens durch misstrauische Vorsicht und boese Vermutungen.

Sind Sie entspannt oder haben Sie Angst, dass Sie versagen, angefahren oder hintergangen werden? Koennen Sie gut schlafen?

Fast jeder schleppt das Phantom einer verstoerten Kindheitsphase mit sich, oder fuehlt sich familiaer oder sozial getrieben durch eine hervorragende Karriere, die Schaeden der Vergangenheit auszuloeschen, ist lebenslang behindert durch erbliche Benachteiligung oder Lebensumstaende der Eltern, muss dem Druck der kulturell-religioesen Regeln ethnischer Eltern gerecht werden, verliert trotz Gruppentherapien nicht seine depressiven Stimmungen, kaempft hoffnunglos mit seinem peinigendem Minderwertigkeitskomplex, erlebt sich selbst immer wieder arrogant, stottert, ist zu dick, hat Herzprobleme oder Dermatitis.

Alles das ist Ausdruck des frustrierten, des erkrankten Unterbewusstseins – man kann es schlagen, man kann weinen, uebersehen und leugnen (das ist die medizinische Loesung) – es verschwindet nicht, solange Sie leben.

Denn da ist ein anderes Problem, und jetzt wird es kompliziert: Die meisten Menschen haben sich an ihr Schicksal gewoehnt. Sie wissen ueber die Sache mit der betrueblichen Kindheit, der Falschheit der Karriere, der erblichen Belastung, der kulturell-ethnischen Herkunft der Eltern, ihrer Depressionen, dem Minderwertigkeitskomplex, dem Stottern, der Fettleibigkeit, von ihrem Herzen und der Haut, aber es ist wie ein Paar Schuhe, das durch Gebrauch passend wird – und der Zeh verkrueppelt - man will sich davon nicht trennen. Denn man kann sich hinter diesem Vorgang als Ausrede verbergen und humpelt lieber, damit man seine Zielvorstellungen nicht unbedingt erreichen muss.

Noch trauriger ist die akzeptierte gesellschaftliche Tendenz Sozialbezuege zu fordern, anstelle aktiv zu sein im Leben. Das ist nicht nur ein fast eigener Beruf. Das ist eine approbierte Sozialkarriere, kann man zynisch sagen.

Das Unterbewusstsein ist nicht nur ein untrennbarer Bestandteil unserer Gesamtperson, es ist unsere lange Lebensgeschichte. Die Lebenskraft, das Leben als Ganzes, im Sinne James Lovelock’s ‘Gaia’ ist ungebrochen, und sie ist in der Lage, bedrohliche Entwicklungen im Keim zu ersticken, wenn dies dem Fortgang des uebrigen Lebens dient.

Dieses Leben hat 3.8 Milliarden Jahre zu ueberleben gemeistert unabhaengig von allen Rueckschlaegen und bedrohlichen Aenderungen der jeweiligen Umweltverhaeltnisse. Es wird auch diese robuste Aggression der Menschheit, die wir im Moment erleben und die alles dransetzt die Voraussetzungen fuer eine weitere Existenz von Leben auf der Erde zu vernichten, ueberleben – aber dann ohne den uebermuetig gewordenenHomunkulus sapiens.